Antisemitismus und

Rechtsextremismus -

 

Faktencheck für Schülerinnen und Schüler

 



Es geschah in Hannover... unmittelbar "vor unserer Haustür"

1 Konzentrationslager in Ahlem, Langenhagen, Limmer, Misburg, Mühlenberg, Stöcken --> Konzentrationslager
2 Bücherverbrennung in den Maschwiesen --> Bücher brennen
3 Pogrom: Nacht der Plünderung, Zerstörung und des Mordens --> Pogrom-Nacht
4 Bund Deutscher Mädel: Zopf tragen und dem Führer später viele Kinder schenken --> BDM
5 Friedhof Seelhorst: 154 Menschen von der Gestapo erschossen und verscharrt  --> Massenmord
6 Nazi-Täter in Hannover. Nur wenige wurden bestraft --> Täter
7 Hitler-Jugend: Begeistert, verführt und betrogen --> Hitler-Jugend     --> Filme Zeitzeugen
8 Transport von Hannover aus in den Tod für tausende Frauen, Männer und Kinder --> Deportationen
9 Swing-Jugend in Hannover: sie widersetzten sich den Nazis und mußten dafür büßen --> Film Swing-Jugend
10 Hitler ließ bombastische Gebäude für die Gau-Hauptstadt Hannover planen --> Gauforum

 

 


NS-Symbole am Ballhofplatz - seit 76 Jahren unkommentiert

Die Gebäude am Ballhofplatz galten das "schönste Hitler-Jugendheim" Deutschlands - die beschämende  NS-Geschichte rund um diese prominentesten erhaltenen Nazi-Gebäude in Hannover wird auf  https://de.wikipedia.org/wiki/Ballhof  beschrieben.

Peinlich für Hannover: auf der Fassade des ehemaligen  BDM-Heimes (Spittahaus) prangt der hetzerische Spruch des Nazi-Dichters und glühenden Antisemiten Georg Stammler. Er fordert die Jungen auf "... neue Wege zu bahnen und den Mut zu haben, sie auch zu gehen". Siehe Video https://www.youtube.com/watch?v=BsqK-fntJbQ. Angesichts der verbrecherischen Überfälle auf europäische Nachbarn im 2. Weltkrieg und der Ermordung von 6 Mio. Juden ein zynischer Spruch.

Niemand in der Stadtverwaltung ist dies über die Jahrzehnte aufgefallen. Seit 76 Jahren wird von ihr über den Autor und den Sinn des Spruchs nicht aufgeklärt.

Ebensowenig wie über die links darunter befindliche Sig-Rune - ein Symbol der Hitler-Jugend und als doppeltes Zeichen das Symbol der SS.

Auch dieses verbotene Zeichen wird seit 76 Jahren  gezeigt, unkommentiert von der Stadtverwaltung.




Neuer Film:
Hitler-Jugend in Hannover - Kindersoldaten der Nationalsozialisten

Sie wurden von fanatischen Erwachsenen zum Krieg erzogen und sollten es nicht merken. Mit vielen bisher unveröffentlichten Dokumenten und Fotos der Hitler-Jugend und des BDM aus Hannover. Aus Bemerode, Buchholz, Kleefeld, Linden, Gehrden, Herrenhausen, Isernhagen, Langenhagen und Waldhausen. Hannoversche Zeitzeugen berichten über dramatische Erlebnisse, der Film erzählt vom Leid 10-jähriger Feuerwehrhelfer, von 16- und 17-jährigen Luftwaffenhelfern und -helferinnen, von tödlichen Luftangriffen auf Flakstellungen rund um Hannover und von 15-jährigen "Wehrwölfen".
16 Minuten



Nazi-Zeit in Hannover

Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen

Foto: J. Granitza

Nazi-Zeit in Hannover - warum soll mich das interessieren?
"Wer nichts weiß, muß alles glauben" schrieb Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach. Beim Lesen erkennst du, wohin "Nichtwissen" und "Alles glauben"  führen können:

Damals merkten nur wenige  Menschen, wie im Handumdrehen aus einer Demokratie eine menschenverachtende Diktatur entstand.

 

Du weißt Bescheid und kannst gegen extreme

 


Meinungen, gegen Antisemitismus und gegen "Nichtwissen"  mit Fakten argumentieren.

 

Warum Hannover?
Weil die Spuren der Nazi-Barbarei nicht irgendwo, sondern dort zu sehen sind, wo du wohnst.

 

Bei mir in der Nachbarschaft?
Würde mich schon interessieren, aber ....

 

... wenn ich zu faul bin zum Suchen?
Bequemer geht's nicht: Zum ersten Mal sind hier unterschiedliche Informationen über die NS-Zeit in Hannover aus Websites, Sachbüchern und Dokumentationen gesichtet und für jedermann verständlich und kompakt zusammengestellt worden.

Kann ich das für die Schule gebrauchen?
Du sparst langes Suchen. Das könnte bei der Vorbereitung eines Referats oder für Facharbeiten z. B. in Deutsch, Geschichte, Sozialkunde sehr nützlich sein.


 

 

haben NS-Zeit-Hannover.de bis 3. Mai 2022 angesehen.


Spuren der NS-Verbrechen in Hannovers Altstadt  - Rundgang mit der 8. Klasse der Internationalen Schule

15. März 2022: „Das war der richtige Einstieg in unser Thema Tagebuch der Anne Frank“ - sagte Klassenlehrerin  Dr. Becker-Hounslow  am Mahnmal für die ermordeten Juden Europas.  Hier endete der fast 2-stündige Rundgang durch die Altstadt Hannovers.  Spuren der NS-Verbrechen zu besichtigen  – sozusagen „vor unserer Haustür“ -  war den Schülerinnen und Schülern der Internationalen Schule zuvor  in einer  Unterrichtsstunde angeboten worden.  Die Redaktion von "NS-Zeit-Hannover.de" hatte den rund 30 Schülerinnen und Schüler zwischen 14  und 15 Jahren auch die Website und die Filme auf YouTube NS-Zeit-Hannover vorgestellt. Wichtigstes Anliegen an die „Generation Zukunft“: Bescheid wissen, sich nicht mit fake news von Rechtsextremisten und Antisemiten manipulieren lassen, damit sich die Geschichte von 1933 – 1945 nie mehr wiederholen kann.

Bescheid wissen über Politik ist wichtig. Denn Politik ist die Grundlage unserer Demokratie.

Der Rundgang startete an der Gedenkstätte für die von den Nazis zerstörte Neue Synagoge an der Roten Reihe. Der Anlass für die Brandstiftung und die Zerstörung: die sogenannte „Polenaktion“. Am 28. Oktober 1938 wurden  484 polnische Juden aus Hannover gewaltsam nach Polen abgeschoben und mussten an der Grenze unter unmenschlichen Bedingungen  vegetieren.  Stolpersteine in der Kramerstraße erinnern daran.

 

Aus Wut und Trauer über die Deportation seiner Eltern an die polnische Grenze hatte der jüdische 18-jährige Herschel Grynspahn aus der Burgstraße 36 spontan einen Botschaftsmitarbeiter in Paris erschossen. Das nahmen die Nazis  am 9. November 1938 zum Anlass für einen

Stolpersteine wie in der Kramerstraße: hier wohnten  jüdische Mitbürger, die von den Nazis verschleppt und ermordet wurden.

deutschlandweiten Pogrom gegen die jüdischen Mitbürger: in Hannover wurden 94 jüdische Geschäfte und 27 Wohnungen zerstört, 334 Männer aus Hannover in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.

 

Ebenfalls Stolpersteine erinnern an den hannoverschen Boxer „Rukeli“ Trollmann, dem die deutsche Meisterschaft im Mittelgewicht aberkannt wurde, weil er Sinti war. 

An den ermordeten Boxer Johannes Trollmann erinnern eine gleichnamige Straße und ein Stolperstein am Goldenen Winkel.

 

Johannes "Rukeli" Trollmann musste im KZ Neuengamme gegen SS-Wachmannschaften boxen -  nach täglich 10 Stunden Schwerstarbeit. Weil er einmal nicht freiwillig verlor, wurde er erschlagen.

 

Der Ballhof galt als das „schönste Hitler-Jugendheim“ Deutschlands.  Der immer noch von der Stadtverwaltung

 

Die Gebäude rund um den Ballhofplatz wurden 1939 neu erbaut. Fast 300 politisch unzuverlässige Bürger waren zuvor umgesiedelt worden.  NSDAP-treue Mieter zogen ein.

unkommentierte  gewaltverherrlichende Spruch und die ebenfalls unkommentierte verbotene Sig-Rune am Spitta-Haus stießen  bei den jungen Menschen auf Unverständnis.

 

Am Mahnmal für die ermordeten Juden in Hannover wurden den Rundgang-Teilnehmern noch einmal deutlich

Tausende jüdische Kinder, Frauen und Männer schickte die Nationalsozialisten zwischen Oktober 1938 und Februar 1945 von Hannover aus nach Osten in den Tod. Nur 27 überlebten.

wie  „nicht wissen“ und „nicht wissen wollen“ zur Unfreiheit, zum Hass auf andere und zum organisierten Massenmord  führen können.

Wehret den Anfängen.






Besuchermeinungen

"Die Web-Seite NS-Zeit-Hannover.de zeigt an zahlreichen Beispielen, dass die Herrschaft der Nationalsozialisten keine abstrakte Historie ist, sondern in der eigenen Stadt bis weit in die Gesellschaft hinein wirksam war. Damit leistet die Web-Seite im besten Sinne Aufklärungsarbeit zu vielen bisher unbekannt gebliebenen Ereignissen und längst vergessenen Personen der Zeit des Nationalsozialismus in Hannover. Für Bildung und Weiterbildung findet sich hier eine informative und faktenreiche Quelle, die ein dunkles Kapitel hannoverscher Geschichte erhellt."
Dipl.-Päd. Thomas Bertram, Zentrale Einrichtung für Weiterbildung der Leibniz Universität Hannover

 

"Der Nationalsozialismus ist ein wesentlicher Teil deutscher Geschichte mit weltweiten Auswirkungen, der zunehmend nur noch als Abstraktum oder sogar als „negativ Episode“ wahrgenommen wird. Das, was betrifft, berührt - fördert Wissensdrang, Empathie und Handlungen. Die Website ermöglicht Schüler*innen einen leichten und informativen

 

 

 

 Zugang zur Regionalgeschichte und konfrontiert mit einem unmittelbar feststellbaren Bezug zur eigenen Wirklichkeit, sodass „Bewusst-werden“ Bewusstsein und demokratische Haltung fördern kann und sollte." Julia Granitza, Sophienschule Hannover

 

"Als Pädagoge an der Gedenkstätte Wolfenbüttel und praktizierender Lehrer finde ich die Idee hinter ihrer Homepage sehr lobenswert und werde sie auch meinen Schüler*innen ans Herz legen."
Robert Heldt

 

"Wissen + Verstehen = Anwenden!" ist ein gelungener didaktischer Ansatz zur Information über die Diskrimierung in der NS-Zeit. Da es kaum noch Zeitzeugen gibt, die authentisch über ihre Erlebnisse berichten können, brauchen junge Menschen einen Zugang zu den damaligen Ereignissen, wie die Homepage NS-Zeit-Hannover.de ihn gelungener Weise bietet. Als ehemalige Politiklehrerin ist mir auch der Bezug zu rechtsradikalen Tendenzen heute wichtig."  Brigitte Helm, ehemalige Studiendirektorin der Sophien-Schule



 

 

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