Faktencheck für Schülerinnen und Schüler

 

Oben: Nazi-Gautag Südhannover-Braunschweig am  9.-12. Juni 1938. Blick vom Kröpcke auf den  "Adolf-Hitler-Platz". Im Hintergrund die Gebäude der damaligen "Großen Aegidienstraße" (heute "An der Börse"). Gautauge waren Großveranstaltungen der NSDAP, von denen es 5 zwischen 1933 und 1939 gegeben hat.
Unten: Die Straße ab Kröpcke wurde in Rathenaustrasse umbenannt, nach Fertigstellung der Opernhaus-Tiefgarage und des Neubaus des Cafe Kröpcke 1976 als Fußgängerpassage gestaltet.
Photo Bech,  AdolfUHB collection MiA-The museums in Akershus Norway. Privat.



Nazi-Zeit in Hannover

Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen

Foto von Ambar Simpang von Pexels

Nazi-Zeit in Hannover - warum soll mich das interessieren?
"Wer nichts weiß, muß alles glauben" schrieb Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach. Beim Lesen erkennst du, wohin "Nichtwissen" und "Alles glauben"  führen können:

Damals merkten nur wenige  Menschen, wie im Handumdrehen aus einer Demokratie eine menschenverachtende Diktatur entstand.

 

 

Du weißt Bescheid und kannst gegen extreme Meinungen, gegen Antisemitismus und gegen "Nichtwissen"  mit Fakten argumentieren.

 

Warum Hannover?
Weil die Spuren der Nazi-Barbarei nicht irgendwo, sondern dort zu sehen sind, wo du wohnst.

 

Bei mir in der Nachbarschaft?
Würde mich schon interessieren, aber ....

 

... wenn ich zu faul bin zum Suchen?
Bequemer geht's nicht: Zum ersten Mal sind hier unterschiedliche Informationen über die NS-Zeit in Hannover aus Websites, Sachbüchern und Dokumentationen gesichtet und für jedermann verständlich und kompakt zusammengestellt worden.

Kann ich das für die Schule gebrauchen?
Du sparst langes Suchen. Das könnte bei der Vorbereitung eines Referats oder für Facharbeiten z. B. in Deutsch, Geschichte, Sozialkunde sehr nützlich sein.



Auf der Suche nach den kleinen Nazis in Hannover


Über Hitler und den 2. Weltkrieg ist viel bekannt. Über die kleinen Nazis in Hannover - die es wohl  zu hundertausenden gab -  weiß man wenig. Die meisten Dokumente sind verbrannt. Der Historiker Werner Heine hat in der List geforscht und typische Briefe gefunden: In einem Schreiben des Ortsgruppenleiters der NSDAP  vom Ende September 1939 wird die Witwe Lücke in der der Drostestraße 5a (heute Drostestraße 34) aufgefordert, einem jüdischen Bewohner des Hauses zu kündigen.

Der Brief läßt ahnen, wie selbstverständlich damals jüdische Bürger aus ihren Wohnungen geworfen wurden und wie sehr viele Einwohner Hannovers damit einverstanden waren. In einem weiteren Schreiben des Ortsgruppenleiters Fuchs heißt es nämlich: "... daß bereits Bewohner Ihres Hauses sich bei mir darüber beklagt haben, noch mit Juden zusammen wohnen zu müssen"(!). Die Geschäftstelle der Ortsgruppe befand sich in der Jakobistraße 63 - heute Nr. 9. Die Halterungen für die  Hakenkreuz-


Schreiben des Ortgruppenleiters "...diesem Juden baldmöglichst die Wohnung zu kündigen..." Quelle: Werner Heine

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Am Hause Jakobistraße 9 sind noch die Halterungen für die Hakenkreuzfahnen zu sehen. Quelle: Behrens

 

fahnen sind noch zu sehen. Die Ortsgruppenleiter seien "mächtige Männer" gewesen - so der Historiker Heine - und hätten jede Deportation mitorganisiert. "Alles fing ganz konkret hier in der Nachbarschaft an" - bei den kleinen Nazis.

 

Mehr Infos im Bericht von Christian Bohnenkamp, Lokalredaktion Neue Presse.
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https://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Die-Suche-nach-den-kleinen-Nazis-in-Hannover

 



Lesermeinung

"Als Pädagoge an der Gedenkstätte Wolfenbüttel und praktizierender Lehrer finde ich die Idee hinter ihrer Homepage sehr lobenswert und werde sie auch meinen Schüler*innen ans Herz legen."
Robert Heldt


 

 

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