Faktencheck für Schülerinnen und Schüler

 

Oben: Die neue Synagoge in der Bergstrasse wurde von Edwin Oppler 1870 fertiggestellt. Quelle: Sammlung Werner Heine
Unten: Die am 10. November 1938 kurz nach Mitternacht von SS-Männern angezündete Neue Synagoge in der Bergstraße  brannte unter Bewachung von SS und Polizei im Laufe des Tages vollständig ab. Die gelöschten Ruinen wurden anschließend gesprengt. Fotografiert von Wilhelm Hauschild vom Turm der Neustädter Kirche (oberes Bild unten). Hauschild-Archiv, Historisches Museum Hannovr, Shell Stadtkarte 1934.
Der Vergleich "Historische Fotos Hannover/Heute" wechselt ca. monatlich. Vorschau: Café Kröpcke 1939



Nazi-Zeit in Hannover

Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen

Foto: J. Granitza

Nazi-Zeit in Hannover - warum soll mich das interessieren?
"Wer nichts weiß, muß alles glauben" schrieb Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach. Beim Lesen erkennst du, wohin "Nichtwissen" und "Alles glauben"  führen können:

Damals merkten nur wenige  Menschen, wie im Handumdrehen aus einer Demokratie eine menschenverachtende Diktatur entstand.

 

Du weißt Bescheid und kannst gegen extreme

 

Meinungen, gegen Antisemitismus und gegen "Nichtwissen"  mit Fakten argumentieren.

 

Warum Hannover?
Weil die Spuren der Nazi-Barbarei nicht irgendwo, sondern dort zu sehen sind, wo du wohnst.

 

Bei mir in der Nachbarschaft?
Würde mich schon interessieren, aber ....

 

... wenn ich zu faul bin zum Suchen?
Bequemer geht's nicht: Zum ersten Mal sind hier unterschiedliche Informationen über die NS-Zeit in Hannover aus Websites, Sachbüchern und Dokumentationen gesichtet und für jedermann verständlich und kompakt zusammengestellt worden.

Kann ich das für die Schule gebrauchen?
Du sparst langes Suchen. Das könnte bei der Vorbereitung eines Referats oder für Facharbeiten z. B. in Deutsch, Geschichte, Sozialkunde sehr nützlich sein.



Geschichtsunterricht "zum Anfassen":

"Das hat  mich schockiert!" Klasse 9c der Sophienschule testet NS-Zeit-Hannover.de


Lesezeit: 90 Sekunden

28 Schülerinnen und Schüler der Sophienschule nahmen zu Beginn ihrer Projektwoche 2019 diese Website unter die Lupe. Warum wurde die Website überhaupt erstellt?  Dass der von Nazi-Deutschland begonnene Zweite Weltkrieg 60 Mio. Tote forderte, wie der Judenhass entstand, dass es Antisemitismus immer noch gibt und dass es allein in Hannover sieben Konzentrationslager  gab – dies alles verwunderte, beeindruckte und schockierte die 14 – 15Jährigen. Das Kennenlernen und die Auseinandersetzung mit der Website NS-Zeit-Hannover.de hatte die Fachobfrau für Geschichte, Oberstudienrätin Julia Granitza, ihrer 9c als  Einstieg in das Thema Nationalsozialismus  angeboten. Die Klasse erklärte sich zuvor im Rahmen der Projektwoche vom 21. – 25. 10 2019 zu einer Patenschaft für  Stolpersteine bereit.

Wie kommt die Website bei der Jugend an? Welche technischen Hürden gibt es und wie kann man sie überwinden? Und vor allem: wie kann man mit dem Thema NS-Zeit Jugendliche direkter ansprechen?

Warum ist diese Website nötig? Wie wurde sie konzipiert?  Was könnte man besser machen? Foto: J. Granitza

Nach der Pause durften alle ihre Smartphones und Laptops auf den Tisch legen und recherchieren. In der dann folgenden Reflexionsrunde wurde lebhaft und engagiert diskutiert. Neu für die meisten: dass so viele Spuren der Nazi-Verbrechen auch heute noch zu sehen sind, dass Juden von den Nazis nahezu jeder Missstand in die „Schuhe geschoben“ wurde.

Das Quiz „Bin ich ein Populist?“ hielten die Schülerinnen und Schüler für so anschaulich, dass sie sich dafür Platz auf der Startseite wünschten.  ->

Und für die Fotos  „Hannover früher und  heute“ sollte es eine Galerie geben, damit man sich auch die bisher erschienenen Gegenüberstellungen ansehen kann.

Kritische Betrachtung. Beispiel: Auf der Seite  „Prominente“  sollten Text und Bild übersichtlicher angeordnet werden.     Foto: J. Granitza

Um Jugendliche direkter anzusprechen, schlugen die Mädchen und Jungen zusätzliche Kurz-Videos auf YouTube und  Fotos von “Hannover früher und heute“ auf Instragram vor.


Auf jeden Fall aber wollen sie die Fakten von NS-Zeit-Hannover.de künftig für Referate im Unterricht nutzen.

 

Reflexion:  Janko empfiehlt, zusätzlich zur Website einen Video-Kanal einzurichten.

Hinweis für Schulen: Interessierte Lehrkräfte können die Präsentation „NS-Zeit-Hannover.de“ für ihren Unterricht kostenlos anfordern: ns-zeit-hannover@web.de




Frage Dich selbst!

-> Quiz:

Bin ich ein Populist?


Besuchermeinungen

"Die Web-Seite NS-Zeit-Hannover.de zeigt an zahlreichen Beispielen, dass die Herrschaft der Nationalsozialisten keine abstrakte Historie ist, sondern in der eigenen Stadt bis weit in die Gesellschaft hinein wirksam war. Damit leistet die Web-Seite im besten Sinne Aufklärungsarbeit zu vielen bisher unbekannt gebliebenen Ereignissen und längst vergessenen Personen der Zeit des Nationalsozialismus in Hannover. Für Bildung und Weiterbildung findet sich hier eine informative und faktenreiche Quelle, die ein dunkles Kapitel hannoverscher Geschichte erhellt."
Dipl.-Päd. Thomas Bertram, Zentrale Einrichtung für Weiterbildung der Leibniz Universität Hannover

 

"Der Nationalsozialismus ist ein wesentlicher Teil deutscher Geschichte mit weltweiten Auswirkungen, der zunehmend nur noch als Abstraktum oder sogar als „negativ Episode“ wahrgenommen wird. Das, was betrifft, berührt - fördert Wissensdrang, Empathie und Handlungen. Die Website ermöglicht Schüler*innen einen leichten und informativen

 

Zugang zur Regionalgeschichte und konfrontiert mit einem unmittelbar feststellbaren Bezug zur eigenen Wirklichkeit, sodass „Bewusst-werden“ Bewusstsein und demokratische Haltung fördern kann und sollte." Julia Granitza, Sophienschule Hannover

 

"Als Pädagoge an der Gedenkstätte Wolfenbüttel und praktizierender Lehrer finde ich die Idee hinter ihrer Homepage sehr lobenswert und werde sie auch meinen Schüler*innen ans Herz legen."
Robert Heldt

 

"Wissen + Verstehen = Anwenden!" ist ein gelungener didaktischer Ansatz zur Information über die Diskrimierung in der NS-Zeit. Da es kaum noch Zeitzeugen gibt, die authentisch über ihre Erlebnisse berichten können, brauchen junge Menschen einen Zugang zu den damaligen Ereignissen, wie die Homepage NS-Zeit-Hannover.de ihn gelungener Weise bietet. Als ehemalige Politiklehrerin ist mir auch der Bezug zu rechtsradikalen Tendenzen heute wichtig."  Brigitte Helm, ehemalige Studiendirektorin der Sophien-Schule



 

 

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